HEIDENHAIN auf der interlift 2019: Messger?te für den Aufzug der Zukunft

Die seilbetriebene Aufzugstechnik der nahen Zukunft kennt keine Mikroschalter für die Bremslüftüberwachung mehr. Denn der neue HEIDENHAIN-Aufzugsdrehgeber KCI 419 Dplus liefert nicht nur Positionswerte als Motorfeedback für die Aufzugsregelung, sondern auch Zusatzinformationen für das Bremsenmonitoring. In der weiteren Zukunft fahren Aufzüge sogar ohne Seil. Dafür zeigt HEIDENHAIN auf der interlift 2019 ebenfalls schon eine Messger?tel?sung: das absolute L?ngenmesssystem LINA 200.

Aufzugsdrehgeber KCI 419 Dplus: Positionswerte, Bremslüftüberwachung und Temperaturmonitoring intelligent integriert
Auf der interlift 2019 stellt HEIDENHAIN den Aufzugsdrehgeber der Zukunft vor. Der neue KCI 419 Dplus bietet ein deutliches Plus an Verfügbarkeit und Sicherheit, weil er zus?tzlich zum Motorfeedback die Sicherheitsbremse und die Temperatur überwacht. Au?erdem bietet er eine umfassende Online-Selbstdiagnose. Aufw?nde für die bisher notwendigen Mikroschalter wie Montage, Verkabelung, Justage und Wartung entfallen.

Der induktive Aufzugsdrehgeber KCI 419 Dplus kann nicht nur Positionswerte in rotatorischer Richtung übertragen. Er liefert auch Werte zum Abstand in axialer Richtung. Indem die Ankerscheibe der Bremse mechanisch mit dem KCI 419 Dplus gekoppelt wird, kann der Aufzugsdrehgeber den Bremsenhub detektieren. Aus diesen Daten kann die Folgeelektronik den Bremsenstatus – gelüftet oder geschlossen – und den Verschlei? der Bremse ableiten. Durch seine unmittelbare N?he zum Motor und zu den Bremsen liefert der Aufzugsdrehgeber KCI 419 Dplus auch relevante Daten für die Temperaturüberwachung – wiederum ohne zus?tzliche Sensoren. Diese Daten erlauben ebenfalls Rückschlüsse auf Fehlfunktionen. Die Verkabelung des Gesamtsystems ist deutlich einfacher, da s?mtliche Parameter über ein Kabel mit der rein seriellen Schnittstelle EnDat 2.2 übertragen werden. Weitere Vorteile sind die besseren M?glichkeiten für Remote Monitoring und Predictive Maintenance. Zus?tzlich zu diesen v?llig neuen M?glichkeiten bietet der KCI 419 Dplus alle St?rken klassischer HEIDENHAIN-Drehgeber. Die induktive Abtastung ist robust gegen Verschmutzung und Vibration und bekannt für hohe Betriebssicherheit.

Absolutes L?ngenmessger?t LINA 200: HEIDENHAIN-Messtechnik für den seillosen Aufzug der Zukunft
Eine Aufzugskabine, die nicht über Seile bewegt wird und sowohl senkrecht als auch waagrecht fahren kann – für diese Vision liefert HEIDENHAIN die Messtechnik. Das absolute induktive L?ngenmesssystem LINA 200 besteht aus zwei Spuren mit unterschiedlicher Signalperiode, die zu einem absoluten Positionswert verrechnet werden. Eine Besonderheit des Ma?stabs ist dabei, dass die beiden Spuren nicht in einer Ebene angeordnet sind, sondern sich gegenüberliegen. Das dafür realisierte u-f?rmige Ma?stabdesign erm?glicht nicht nur die Abtastung der Ma?verk?rperung von beiden Seiten. Die doppelwandige Ausführung schützt auch die Teilung und die Abtastung vor mechanischen und elektromagnetischen Einflüssen. Au?erdem realisiert diese Art der Konstruktion ein geringes Gewicht bei maximaler Steifigkeit. Der u-f?rmige Aufbau hat also sehr gro?e Vorteile hinsichtlich der mechanischen Robustheit des Ma?stabes und der Robustheit der Messger?tesignale. Der Ma?stabk?rper des LINA 200 mit einer Gesamtl?nge von 2400 mm ist an der Kabine befestigt. Er besteht aus vier Abschnitten mit jeweils ca. 600 mm Messl?nge. Abgetastet werden die Teilstücke durch Abtastk?pfe, die im Schacht kaskadierend angeordnet sind. Das erm?glicht eine Positionserfassung über die gesamte Fahrstrecke. Trotz der gro?zügigen Führungstoleranzen von ±5 mm bzw. ±4 mm erreicht das LINA 200 einen Messschritt von ca. 2 μm. Damit liefert es nicht nur zuverl?ssig hochgenaue Positionssignale für die Antriebsregelung des seillosen Aufzugs. Es bietet auch genügend Toleranzen für ein praxisgerechtes Montagekonzept im Aufzugsschacht und um Bewegungen des Geb?udes auszugleichen.

LINA 200: Sichere Datenübertragung mit EnDat für hohe Dynamik und hohen Fahrkomfort
Hinsichtlich Dynamik und Fahrkomfort erreicht das speziell für den seillosen Aufzug entwickelte LINA 200 ebenfalls Spitzenwerte. In ersten Tests waren Fahrgeschwindigkeiten von 6 m/s problemlos m?glich, im Labor lieferte das LINA 200 verl?ssliche Positionswerte bis zu Fahrgeschwindigkeiten von 18 m/s. Bei langsamer Fahrt sowie beim Beschleunigen nach und beim Abbremsen vor einem Stopp sorgt die hohe Aufl?sung der Positionswerte von 18 Bit bei einer Messl?nge von ca. 600 mm für eine sehr angenehme, sanfte Bewegung. Die Signale der Abtastk?pfe sind zudem so stabil und so reproduzierbar, dass die im EnDat-Protokoll definierten Diagnosewerte zur Signalqualit?t Rückschlüsse auf die mechanischen Toleranzen der Führungsschienen zulassen. Damit dient das L?ngenmessger?t LINA 200 nicht nur zur Antriebssteuerung, sondern liefert auch Daten für eine permanente Diagnose bzw. Zustandsüberwachung der Mechanik. So k?nnen Laufabweichungen w?hrend des Fahrbetriebs erkannt werden. Die hochgenauen Positionswerte übertr?gt die EnDat 2.2-Schnittstelle rein digital an die Nachfolgeelektronik. In dieser Applikation bietet EnDat 2.2 aber noch einen weiteren wichtigen und sicherheitsrelevanten Vorteil: In der Umgebung von Linearmotoren entstehen üblicherweise starke elektromagnetische St?rfelder. Die EnDat 2.2-Schnittstelle verfügt über eine hohe elektromagnetische Vertr?glichkeit und gew?hrleistet – im Gegensatz zur herk?mmlichen Datenübertragung mit analogen Signalen – eine sichere Datenübertragung auch in diesem Umfeld.

HEIDENHAIN auf der interlift 2019: Halle 5, Stand 5099